Im siebten Anlauf hat es endlich geklappt. Der SV Hermersberg hat dank eines 2:1 (1:1)-Heimerfolgs über den FC Speyer den ersten Sieg in der Fußball-Verbandsliga eingefahren. Der Erfolg geriet wegen Tumulten auf den Zuschauerrängen und einer Roten Karte gegen den Hermersberger Trainer Jens Mayer fast etwas in den Hintergrund.

„Je höher es geht, desto arroganter werden die Schiedsrichter. Mit denen kann man keinen normalen Dialog mehr führen“, schimpfte Mayer nach dem Schlusspfiff, den er nicht mehr von der Seitenlinie, sondern hinter der Barriere miterlebte. Mayer sah in der 80. Minute die Rote Karte, nachdem er schon Mitte des zweiten Durchgangs verwarnt worden war. Daraufhin musste er seinen Arbeitsplatz an der Linie verlassen und sich unter die Zuschauer mischen.
Nach einer Spielunterbrechung bekam der SVH nicht den Ball zurück, obwohl das Team vorher in Ballbesitz war. Dies beklagte Mayer beim Linienrichter, weshalb der Schiedsrichter Mayer hinter die Barriere bat. „Ich habe ihn gefragt, was ich gesagt habe. Als Antwort kam, das sage ich dir nicht“, informiert der angefressene Mayer, der auch nach der Partie vom Schiedsrichter keine Auskunft erhielt. Dieser schickte Mayer weg, er sollte bitte Abstand halten.

Dem Platzverweis gingen heftige Wortgefechte zwischen einigen Hermersberger Zuschauern auf der gegenüberliegenden Seite der Trainerbänke mit den Gästespielern und im Anschluss mit allen drei Männern in Schwarz voraus. Die Zuschauer monierten einen nicht geahndeten Schlag gegen Jonathan Vogt.

Ordner mussten auf Anweisung des Schiedsrichters vier männliche und einen weiblichen SVH-Fan von der Anlage bitten, erst als sie das Sportgelände verlassen hatten, pfiff er die Partie wieder an. Der Unparteiische erklärte Ulli Könnel, dem Vorsitzendenden des SV Hermersberg, noch auf dem Platz, dass er während der kompletten bisherigen Spielzeit von der Gruppe Zuschauer beleidigt worden sei.

Wegen seines Platzverweises wird Mayer auch bei der kommenden Partie am Samstag beim SC Idar-Oberstein nicht auf der Bank des SVH Platz nehmen dürfen. „Das hier ist Abstiegskampf pur, da geht man am Limit, dass man da coacht, ist auch klar, aber es war weder dem Linien- noch dem Schiedsrichter gegenüber etwas Beleidigendes dabei“, stellt Mayer klar.

Fußball wurde auch noch gespielt. Es lief die 73. Minute, als Nico Freiler kurz vor dem Gästestrafraum gefoult wurde. Masch lief an, zirkelte den Ball unhaltbar für den Speyerer Schlussmann Marc Wörlitz zum 2:1 über die Mauer in den Winkel. Wie ferngesteuert rannte der Torschütze Richtung Trainerbank und sprang in die Arme seines Trainers. „Jens sagt immer zu mir, Maschi mach mal wieder ein Freistoßtor, deshalb bin ich zu ihm gerannt“, erklärte der glückliche Mannschaftskapitän.

Mit der Führung im Rücken verpassten es die Hausherren, den Sack früher zuzumachen. Dudek war einmal zu verspielt, Lukas Bißbort scheiterte frei auf das Tor laufend am Schlussmann.

An den ersten Sieg des SV Hermersberg war in der Anfangsphase nicht zu denken. Die Gastgeber wurden eiskalt erwischt und lagen schon 0:1 zurück, bevor sie einmal in der Hälfte des FC Speyer waren. Bruno Ferreira da Cruz traf für Speyer bereits in der 2. Minute. Auf den ersten Torabschluss des SVH mussten die Zuschauer 23 Minuten warten. Der Freistoß von Dudek unterstrich, dass aus dem Spiel heraus noch nicht viel ging.

Nach einer halben Stunde glich Florian Weber zum 1:1 aus und das, obwohl er gar nicht mehr auf dem Platz stehen sollte. Draußen wartete Jonathan Vogt auf seine Einwechslung, da Weber kurz vor einem Platzverweis stand. Der Hermersberger Stürmer nahm eine Flanke von Patrick Freyer am zweiten Pfosten kurz an und vollstreckte zum verdienten 1:1.

Der SVH kämpfte sich in die Partie. Der Wechsel Vogt für Weber wurde nicht vollzogen und Sekunden vor dem Pausenpfiff fast der Doppelpack von Weber. An einem Freistoß von Dudek rutschte Weber am Fünfmeterraum knapp vorbei.

Nach dem Seitenwechsel bestimmten die Hausherren das Spiel, die erste dicke Torgelegenheit gehörte aber den Gästen. Bruno Ferreira da Cruz zog aus der Distanz ab, Luca Layes im Hermersberger Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte. Im Gegenzug scheiterte Jens Kolb am Pfosten und verpasste das 2:1, welches Masch vorbehalten blieb.

Zwei personelle Wermutstropfen mussten die Gastgeber hinnehmen. Christoph Metzger und Florian Weber mussten wegen muskulärer Probleme vorzeitig vom Feld. (Pirmasenser Zeitung)

 2022 09 19 speyer

STIMMEN ZUM SPIEL

Jens Mayer, Trainer des SV Hermersberg: Natürlich freue ich mich über den Sieg, jetzt muss ich aber beim nächsten Auswärtsspiel auf der Tribüne Platz nehmen, was natürlich nicht optimal ist. Wir haben nun endlich die ersten drei Punkte, wobei wir das 3:1 hätten erzielen müssen, was Ruhe reingebracht hätte. Der Erfolg war enorm wichtig, vor den beiden schweren Spielen gegen Idar-Oberstein und Marienborn.
Pascal Masch, Siegtorschütze des SV Hermersberg: Der Sieg tut nach den vielen Niederlagen enorm gut. Dieser wird sicherlich unser Selbstvertrauen stärken und dann werden wir ein ganz anderes Auftreten an den Tag legen.

SO SPIELTEN SIE

SV Hermersberg: Layes – Kolb, Metzger (23. Müller), Dausmann, Simon – Masch, Freiler – Mendel (90.+5 Jochum), Dudek (90.+8 Gries), Freyer – Weber (55. Vogt)
Tore: 0:1 Bruno Ferreira da Cruz (2.), 1:1 Weber (31.), 2:1 Masch (74.)
Zuschauer: 150
Schiedsrichter: Nico Dönges (TV Mainz)


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