Der FKP überzeugte mit seiner kämpferischen Einstellung und siegte am Ende vollkommen verdient. In der Tabelle haben die Pirmasenser nun fünf Punkte Vorsprung auf den SV Hermersberg, der durch diese Niederlage weiterhin im Abstiegskampf steckt. Der ist aber auch für die Pirmasenser noch lange nicht vorbei, auch wenn die „Klub“ nun mal etwas Luft holen kann.

Was der FK Pirmasens am Donnerstag ablieferte, war in weiten Strecken richtig überzeugend. Die beiden Trainer Christopher Ludy und Timo Sammel hatten ihre Mannschaft gut auf den SV Hermersberg vorbereitet. Ludy selbst war erkältet und stand deshalb nicht in der Startformation. Von außen machten die beiden Übungsleiter aber mächtig Dampf, bejubelten jede gelungene Aktion lautstark, genauso wie die Spieler auf dem Platz, die teilweise ihre Gegenspieler in Manndeckung nahmen – so auch Patrick Freyer. Beim FKP wusste man natürlich wie gefährlich er ist und stellte ihm deshalb in der gesamten Partie Francis Sesay auf die Füße, der mit Leidenschaft den Kampf annahm und auch größtenteils als Sieger hervorging, auch wenn Freyer natürlich nicht komplett auszuschalten war.

Auch Sesays Kollegen in der Abwehr und das defensive Mittelfeld standen zumeist sicher, die vordere Reihe arbeitete konsequent mit zurück – und so gelang es das eigene Tor meist gut zu verteidigen. Die Gäste aus Hermersberg schienen überrascht von der aggressiven Zweikampfführung der Hausherren, hatte man genau das im Vorfeld doch eher von den erfahrenen Hermersbergern erwartet.

Der SV Hermersberg kam zunächst besser ins Spiel, die erste Viertelstunde gehörte den Gästen von der Sickingerhöhe. In der neunten Minute hatte Hermersberg auch die erste gute Möglichkeit durch einen Freistoß von Patrick Freyer der aber knapp am Tor vorbei ging. Eine Minute später rutschte FKP-Torwart Max Cölsch bei einer Rückgabe der Ball über den Fuß, im letzten Moment gelang es dem FKP-Kollektiv aber zu klären.

In der 16. Minute fiel dann das 1:0 für die Gastgeber, zu diesem Zeitpunkt doch eher unerwartet. Silas Gutmann eroberte im Mittelfeld den Ball gegen Jens Kolb, flankte auf die linke Seite zu Kristof Scherpf, der vom Strafraumeck einfach mal abzog und den Ball, unhaltbar für SVH-Torwart Noah Wächter, ins lange Eck zirkelte – ein Traumtor. Es war die erste Chance für den FKP in der Partie.

Auch das 2:0 erzielte Scherpf (28.), und es ähnelte seinem ersten Treffer. Wieder versuchte er sich an einem Distanzschuss, und wieder war er erfolgreich, diesmal allerdings ins kurze Torwarteck. Nur zwei Minuten später erhöhte der nun stark spielende FKP mit seiner dritten Chance auf 3:0: Maurice Schnell brachte den Ball zu Silas Gutmann, der aus kurzer Distanz einnetzte.

Nach dem Seitenwechsel wurde zunächst ein Tor von Patrick Freyer wegen Abseits zurück gepfiffen. In der 52. Minute fiel dann aber doch der Anschlusstreffer. Der eingewechselte Nico Freiler schoss einen Freistoß aus dem Halbfeld, im Strafraum kam kein Spieler zum Ball, was am Ende wohl auch FKP-Torwart Cölsch überraschte, als er plötzlich hinter sich greifen musste. In den folgenden Minuten peitschten sich die Hermersberger nochmal nach vorne, von den Zuschauern der Gäste kam die nötige Unterstützung, und der FKP stand plötzlich unter Druck.

Doch dann trat wieder Kristof Scherpf in Aktion: Der Pirmasenser setzte gegen Jona Wohlgemut nach, erkämpfte sich den Ball und zog in den Strafraum. Aus spitzem Winkel erzielte er das 4:1 und sorgte so für die Entscheidung. Den Deckel machte dann Maurice Schnell drauf. Wieder war es aber Scherpf, der maßgeblich dran beteiligt war. Von der linken Seite ging sein Schuss zunächst an die Latte, der Ball kam zu Schnell, der ihn dann nur noch über die Linie drücken musste.

In der 88. Minute kassierte SVH-Kapitän Pascal Masch wegen Foulspiels zunächst die Gelbe Karte. Als er seinem Gegenspieler erwiderte „Was Du Penner?“ zeigte ihm Schiedsrichter Jannis Kaufmann glatt Rot. (Pirmasenser Zeitung)

2024 03 30 fkp2

STIMMEN ZUM SPIEL:

FKP-Trainer Christopher Ludy: Das war heute vorne schon gut, besonders auch von Kristof Scherpf mit seinen drei Treffern. Er ist ja aber auch nicht da, um nur mitzuspielen, sondern er will sich ja auch wieder beweisen für eine Liga weiter oben. Er und auch wir als Mannschaft haben es gebraucht, dass er so einen Tag hat. Er hat heute vorne sicherlich den Unterschied gemacht. Aber man muss auch betonen, dass jeder in der Mannschaft heute seine Aufgabe erfüllt hat, jeder hat das gemacht, was von ihm erwartet war. Wenn jemand einen Fehler gemacht hat, dann waren die anderen gleich da. Und genauso so müssen wir weiter machen. Es war geil heute, auch wenn wir nicht ins Stadion konnten. Wenn man gewohnt ist, vor gefühlt 25 Zuschauern zu spielen und dann stehen sie heute am Einlass in Schlangen, dann konnten die Jungs das auch genießen.

SVH-Trainer Jens Mayer: Es ist schwer, Worte zu finden heute. Wir waren desolat in den Zweikämpfen, hatten ein desolates Passspiel in der ersten Halbzeit, waren naiv im Spielaufbau, als wir das 1:0 bekommen. Teilweise war die junge Mannschaft des FKP in den Zweikämpfen giftiger und enger dran: Wenn ich sehe, wie Patrick Freyer 90 Minuten bearbeitet worden ist, in jedem Zweikampf war da Körperkontakt und dann wurde er noch gedoppelt dazu. Und wir lassen uns an der Torauslinie ausspielen. Das ist dann schon naiv und hat nichts mit Verbandsliga-Verteidigung zu tun. Nach dem 1:0 haben wir total den Faden verloren.

SO SPIELTEN SIE:

FK Pirmasens: Cölsch - Sesay, Stuppy, Volberg, Dahler - Landoll (85. Shala), Jubileum - Gutmann (67. Vogt), Schnell (79. Scoular-Stajic), Tok (62. Ludy) - Scherpf (75. Schäfer).SV Hermersberg: Wächter - Kolb (70. Mendel), Wohlgemuth, Simon, Metzger - Buchmann, Masch - Lelle (65. Ruf), Bold (46. Freiler), Freyer - Bißbort.

Tore: 1:0, 2:0 Scherpf (16., 23.), 3:0 Gutmann (30.), 3:1 Freiler (52.), 4:1 Scherpf (63.), 5:1 Schnell (75.)
Rote Karte: Masch, SV Hermersberg (88.).
Zuschauer: 250
Schiedsrichter: Jannis Kaufmann


Viele helfen vielen

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.