Der SV Hermersberg hat gestern im Heimspiel der Fußball-Verbandsliga gegen die TSG Bretzenheim auf ganzer Linie enttäuscht. Ohne Power und Laufbereitschaft kassierte Hermersberg eine 0:4-Pleite, was SVH-Trainer Jens Mayer sehr nachdenklich machte.

„Heute läuft nichts zusammen. Selbst wenn wir noch fünf Elfmeter bekommen, würden wir das Spiel nicht mehr gewinnen“, so die Einschätzung eines Zuschauers in der Schlussphase dieser Partie. Mit dieser Einschätzung traf er den Nagel sprichwörtlich auf den Kopf, denn der SV Hermersberg präsentierte sich desolat und zeigte das mit Abstand schlechteste Spiel dieser Saison. In der Offensive ging nichts, wären die Temperaturen um den Gefrierpunkt gewesen, hätte sich TSG-Schlussmann Marlon Müller im zweiten Durchgang wegen Unterbeschäftigung sicherlich Erfrierungen geholt, denn er musste nur einen Ball halten. Dies war eine verunglückte Flanke von Jens Kolb, die als Schüsschen in den Handschuhen von Müller landete.


Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste schon völlig verdient mit 3:0 in Front. Die TSG, die bis dato bei allen drei Auftritten in der Fremde als Verlierer das Feld verließ, ging nach zehn Minuten in Führung. Davor leistete sich SVH-Innenverteidiger Jonas Simon einen kapitalen Abspielfehler. Sein Ball in die Mitte zu Noah Buchmann geriet zu kurz. Die Gäste unterbanden den Hermersberger Spielaufbau durch einen Ballgewinn, brachten schnell Lukas Fischer in aussichtsreiche Position, der sich frei vor SVH-Schlussmann Noah Wächter die Ecke aussuchen konnte und überlegt einschob. „Warum einen flachen Ball ins Zentrum, wenn wir auf der Außen Überzahl haben?“, schrie der bediente Mayer auf das Feld.

 

Es dauerte bis zur 19. Minute, ehe die Gastgeber das erste Mal halbwegs gefährlich vor dem gegnerischen Tor auftauchten. SVH-Spielführer Pascal Masch versuchte es aus der Distanz. Müller konnte den tückischen Aufsetzer nur nach vorne abklatschen lassen, doch kein SVH-Akteur befand sich zu dieser Zeit im Strafraum. Vier Minuten später steckte Kai Schacker auf Cedric Gries durch, dessen Abschluss aus spitzem Winkel von einem Gästeakteur ins Toraus abgefälscht wurde. Nach einer halben Stunde durfte Laurin Hake seelenruhig durchs Mittelfeld marschieren, kam frei zum Schuss, den Wächter auf Kosten eines Eckballs noch aus dem Toreck kratzte. Dieser wurde auf den ersten Pfosten geschlagen und von dort in die Mitte auf Lukas Fischer verlängert, der zum zweiten Gästetreffer einschoss. „Die haben eine Standardsituation, wir 80“, fluchte Masch.

Kurz danach stellte Mayer, der seine Mannschaft in einem 4-4-2 auflaufen ließ, auf das gewohnte 4-2-3-1 um. „Durch die Startformation wollte ich vorne mehr Power und in der Box mehr Spieler haben“, informiert Mayer. SVH-Innenverteidiger Marius Dausmann forderte von seinen Kollegen, sich jetzt mal zu wehren, was Patrick Freyer zu sehr verinnerlichte. Vier Minuten vor dem Seitenwechsel kassierte er wegen eines überharten Einsteigens tief in der Bretzenheimer Hälfe unweit der Seitenauslinie eine Zehn-Minuten-Strafe. Freyer saß noch auf der Bank, als die Gäste in der 50. Minute ihre Überzahl nutzten und durch einen satten Schuss von Bertin Gelenbevi auf 3:0 erhöhten.

Wenige Momente danach lieferten Buchmann und Wächter binnen weniger Sekunden zwei Szenen ab, die das schwache Spiel des SVH unterstrichen. Beide leisteten sich unbedrängt Abspielfehler, die im Seitenaus landeten. Der umstrittene Schlusspunkt durch Seyedmohammadreza Hosseini zum 0:4-Endstand aus Hermersberger Sicht erhitzte nochmal die Gemüter in Gelb und Schwarz. Nach einem langen Ball auf Fischer hob der Linienrichter die Fahne, um eine Abseitsposition anzuzeigen. Die Gastgeber schalteten ab, doch der Schiedsrichter ließ weiterlaufen, überstimmte seinen Linienrichter, weshalb Hosseini nach Hereingabe von Fischer seelenruhig einschieben durfte. (Pirmasenser Zeitung)

2023 10 16 bretzenheim

STIMME ZUM SPIEL:

Jens Mayer, Trainer SV Hermersberg: Ich weiß gar nicht, ob ich etwas sagen soll! Spielerisch war das unterirdisch und die gesamte Partie hatte von unserer Seite nichts mit Verbandsliga zu tun. Von der Einstellung über die Körpersprache bis hin zum Passspiel hatte das null mit dem zu tun, was wir uns vorgenommen hatten. Ein solches Auftreten in einem Heimspiel stimmt mich doch sehr nachdenklich. Wenn wir weiterhin solch primitive Gegentreffer bekommen, dann wird das am Schluss ganz eng.

SO SPIELTEN SIE:

SV Hermersberg: Wächter – Metzger (52. Kolb), Dausmann, Simon (71. Mendel), Bold – Buchmann, Masch, Dudek (79. Ruf), Gries (64. Bißbort) – Schacker (59. Lelle), Freyer
Tore: 0:1, 0:2 Fischer (11., 31.), 0:3 Gelenbevi (50.), 0:4 Hosseini (81.)
Zehn Minuten: Freyer (41. überhartes Einsteigen)
Zuschauer: 177
Schiedsrichter: Simon Kobes (TSV Hargesheim)